(B)log-Out

2010 August 31
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by Dietmar Hahn

Wie wohl die meisten mittlerweile mitbekommen haben, sind wir seit gut einer Woche wieder zuhause.

Zuhause – was genau das bedeutet, darüber haben wir in den letzten knapp sieben Monaten immer wieder sinniert. Eine endgültige Antwort haben wir nicht gefunden. Unser Freund Jon ist “not so sure home is a place that’ll ever look the same.” Dem können wir nun auf jeden Fall zustimmen, und glauben auch, dass zuhause wohl dem ähneln muss, was uns in Deutschland erwartet hat: Familie und Freunde, die sich freuen, dass wir wieder hier sind!

Zuhause – das bedeutet für uns auch in den kommenden Monaten die Albstraße in Esslingen. Jule wird wieder arbeiten und Dide pendeln – zur Uni nach Tübingen.

Freude hatten wir unterwegs an unserem Blog. Er hat uns immer wieder die Möglichkeit gegeben, das Erlebte zu reflektieren und in Worte zu fassen. Ebenso gefreut haben wir uns  über jeden von euch, der reingeschaut hat. Gracias! Natürlich hoffen wir, dass im Gegenzug der Blog euch immer wieder erfreut hat.

Zurück auf Los!

JuDi

Over in Hannover

2010 August 16
by Dietmar Hahn

Deutschland kam uns vor wie in Zeitlupe, trotz des überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstums im zweiten Quartal. Sauberkeit und Ruhe an Flughafen und Bahnhöfen, keine aufgeregten Sraßenverkäufer, Busfahrpläne,  die aktuell sind – und das alles unter einer vernebelnden Wolkendecke.

Wir sind zurück. Fühlt sich komisch an, ist aber so. Wir werden hier im Norden einige Tage bei Jules Schwester und ihrer Familie verbringen. Dide wird zwischendrin der alten Heimat Bremerhaven einen Besuch abstatten, bevor wir uns dann am Samstag mit dem Zug endgültig zurück auf den Weg nach Esslingen machen.

Aus der Rubrik: Gebraucht…

2010 August 2
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by Dietmar Hahn

… mehr Lehne, mehr Beine. Arme Stühle!

Zum Glück fährt ein Bus

2010 August 2
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by Dietmar Hahn

Dieser Werbespruch des Konstanzer Casinos, aufgeklebt auf den Stadtbussen der Bodenseestadt, hat Dide schon immer gut gefallen. Für unsere Zeit in Mosambik hat er ebenfalls sehr gut gepasst. Nicht dass wir einen Jackpot geknackt oder das Glück selbst gefunden hätten. Aber Busfahren kann glücklich machen.

Nicht, dass es nicht beschwerlich wäre. Man reist mit Opas, die aufgrund jahrelanger Erfahrung die Spuckschüssel mitbringen und gezwungenermaßen auch davon Gebrauch machen; man weicht Urinrinnsalen aus, die im Rhythmus des Buses den Gang auf- und abfließen; man hilft Eltern mit Klopapier aus, wenn sie ihre Kinder auf dem Schoß wickel

n; auch Stunden nach Ende der Fahrt sind die Abdrücke des Vordersitzes auf den Kniescheiben eingraviert. Am anstrengendsten ist aber wohl die unsägliche Musikauswahl, die einem zu den unmöglichsten Zeiten Schlaf und Nerven raubt.

Und trotzdem hat Busfahren etwas Unwiderstehliches. Es muss mit dem Widerspruch zusammenhängen, dass man sich nicht bewegt und in diesem Zustand dennoch große Entfernungen zurücklegt. In diesem Paradox und dem vollgestopften Bus gefangen, hat man viel Zeit und (etwas weniger) Ruhe, um sich mit seiner

Umwelt zu beschäftigen.

Außen huscht die afrikanische Realität vorbei, langsam genug, um sie aufzunehmen. Kein Strom, rote Erde, grüne Palmen, Strohhütten, Pumpbrunnen, Maisfelder, Fußgänger am Straßenrand, Ziegen im Straßengraben, all das weckt einerseits die Sehnsucht nach dem ursprünglichen, einfachen Leben, in dem es um Säen, Ernten, Essen und Trinken geht.

Andererseits: Kein Strom, kein Asphalt, kein fließend Wasser, keine Gehwege, keine Perspektiven und damit keine Wahl, lassen Vorfreude auf die Rückkehr in ein Leben aufkommen, in dem vieles nicht so klar erscheint wie bei einem Leben entlang der mosambikanischen N1. In dem man dafür aber die Wahl hat.

Und während man solche Erkenntnisse hat, erkennt man auch, dass man in Deutschland vor allem schnelle Züge fahren wird. Das Glücksgefühl kann das aber in diesem Moment nicht schmälern.

Der Weg ist das Ziel

2010 August 2
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by Dietmar Hahn

In Mosambik geht man nicht einkaufen, man kauft fahrend ein. Denn bis man dort ankommt, wo man einkaufen will, haben sich die Einkäufe schon erledigt.

Ob Reisesnacks wie Kekse, gebratene Maiskolben und Bonbons, Artikel des täglichen Bedarfs wie Obst und Gemüse, oder etwas ausgefallenere Dinge wie Zahnbürste oder einen Strohteppich – Busfenster auf, Geld raus, Ware rein – fertig.

Und: man hat Auswahl. Gleich das Ei oder doch lieber erst Henne und Hahn?

Aussteigen muss man eigentlich nur, wenn man mal muss. Muss halt sein!

Zum Glück fährt ein Bus, denn der Weg ist das Ziel.

Airtime is everything

2010 Juli 11
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by Dietmar Hahn

Ohne Airtime keine Internetverbindung, ohne diese keine news. Leichte Rechnung, schwere Folgen: wir koennen nicht mit euch teilen. Stadionbesuche, road trips, Staedte, Menschen. Gerne wuerden wir euch mehr Einblicke geben, aber wie gesagt, ohne airtime haengen wir in der Luft.

Also in Windeseile: heute Finale in J`burg, am Mittwoch Flug nach Maputo/ Mosambik, von dort auf dem Landweg in Richtung Nordosten, will sagen Kenia.

Over and out,

JuDi

Unser erster Stadionbesuch…

2010 Juni 27
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by Dietmar Hahn

… ist Geschichte, und zwar eine tolle! Da Paulos und Ami leider keine Karten mehr bekommen hatten, haben wir uns dazu entschieden, die Karten aufzusplitten. So war beim Spiel Kamerun gegen Holland Ladies Night, Paulos und Dide haben im Pub 300 Meter Luftlinie vom Stadion mitgefiebert.

Das Spiel Portugal gegen Spanien am Dienstag werden nur die beiden Maenner live erleben. Wir haben bis zuletzt auf Brasilien gehofft, aber auch diese Konstellation ist nicht ganz schlecht.

JuDi wird dann gemeinsam das Viertelfinale der Deutschen im Stadion feiern.

Im Anschluss noch ein paar Eindruecke aus Kapstadt und von der Weltmeisterschaft. Diese Stadt raubt einem den Atem!!

Ayoba und Tschuess

Bafana Bafana ist ausgeschieden…

2010 Juni 24
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by Dietmar Hahn

aber an ihm lags mit Sicherheit nicht:

Icecream: You scream and I bring!

2010 Juni 24
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by Dietmar Hahn

Mit diesem Spruch der Eisverkaeufer an den Straenden und einem kraeftigen Stoss in die Vuvuzela gruessen wir euch vom Kap der guten Hoffnung, genauer aus Hermanus, wo unsere momentane Unterkunft steht.

Die Eintraege sind so spaerlich, weil das Programm so reichhaltig ist. So sind wir hier von morgens bis abends auf den Beinen und versuchen, den richtigen Spagat zwischen Fussball- und Landeskultur hinzukriegen. Aber langsam:

zunaechst mal sind wir froh und gluecklich, dass wir ueberhaupt hier sind. So selbstverstaendlich ist das naemlich gar nicht. Am Flughafen von Buenos Aires wurden wir darueber aufgeklaert, dass eine Einreise nach Suedafrika waehrend der WM nur bei Vorlage eines direkten Ausreiseticket moeglich ist. Auch die sonst uebliche Variante, einen groesseren Geldbetrag fuer die Zeit des Aufenthalts zu hinterlegen, wird momentan nicht angeboten. Einzige Moeglichkeit also: Flug buchen. Gesagt, gehektikt! In solchen Momenten stuerzen Computer ab, ist der Drucker nicht konfiguriert, und man vergisst, dass man nicht vor einer deutschen Tastatur sitzt.

Letztendlich haben wir den sinnvollsten Flug aus Suedafrika raus gebucht, den wir in diesen ca. 30 Minuten, die unser Leben irgendwann drei Jahre kuerzer gemacht haben werden, finden konnten; wir haben den Unmut von dutzenden Verdutzten auf uns gezogen, an denen wir bei Pass- und Handgepaeckskontrolle vorbeigesprintet sind; wir haben mal wieder kraeftig ueber uns selbst gelacht; wir sind in Afrika.

Einmal in Kapstadt gelandet, hat alles wie am Schnuerchen geklappt: Ami und Paulos waren schon da, der Mietwagen hat schon gewartet, und das Haus der Bekannten, in dem wir wohnen, ist auch ne Pracht.

Suedafrika begruesst seine Gaeste freundlich, sauber und sicher. Das Land nuetzt die Gelegenheit, den Kontinent stolz zu machen. Und wir merken mehr und mehr, wie besonders es ist, dieses Ereignis vor Ort mit zu erleben.

Das einzig Unerfreuliche hier sind manche Spielergebnisse. Aus diesem Grund nehmen wir beim Spiel Kamerun gegen Holland heute an einer voellig ueberteuerten Stadionbesichtigung teil. Wir sind deshalb froh, noch ein Achtel- und ein Viertelfinale im Feuer zu haben.

Anbei ein paar Eindruecke. Das kurze Video haette am besten gezeigt, dass tatsaechlich das ganze Land diese WM mittraegt. Leider liess es sich nicht hochladen.

Viele Gruesse und bis bald,

Eure JuDi mit Ami und Paulos

It’s time for Africa

2010 Juni 15
by Dietmar Hahn

Keiner kann es mehr leugnen: es ist WM! Lange haben wir uns nicht damit beschaeftigt, hier in Buenos Aires hat uns das Virus aber dann voll erwischt. Viele Stunden argentinischer Berichterstattung haben unsere Spanischkenntnisse sensationell in die Hoehe geschraubt, das Sightseeing beschraenkt sich zu einem guten Teil auf die Kneipenszene der Stadt, und die lange Zeit, die wir in Internetcafes verbringen, laesst sich auch dadurch nur duerftig rechtfertigen, dass wir bei diversen WM-Tippspielen momentan Spitzenpositionen einnehmen.

Ihr koennt euch wohl vorstellen, dass unsere letzten Tage hier wie im Flug vergehen, was bedeutet, dass wir bald nach Afrika fliegen. Konkret: am 17. Juni um 9.30 Uhr landen wir in Kapstadt. Unser erster Stadionbesuch steht dann am 24. an: Holland gegen Kamerun. Koennte bunt werden.

Uebrigens bekommen wir Besuch, worueber wir uns riesig freuen: Ami und ihr Bruder Paulos werden die knapp drei Wochen am Kap mit uns verbringen.

Das angehaengte Bild zeigt uebrigens nicht Public Viewing auf argentinisch, sondern eine Demonstration der Gastronomieangestellten von Buenos Aires, die eine 40%ige Lohnerhoehung durchsetzen wollten. Der Zeitpunkt ist fast so gut gewaehlt wie der Streik der Stadionordner in Kapstadt…so long, JuDi