Von Wuestenwind und Salzseen

2010 Mai 21
by Dietmar Hahn

San Pedro hat einige Sehenswuerdigkeiten zu bieten, vor allem aber ist der Ort das Sprungbrett auf den groessten aller Salzseen der Erde: Salar de Uyuni. Als Sprungbrett haben wir den Ort dann auch benutzt, es uns allerdings nicht nehmen lassen, vorher noch Geysire bei Sonnenaufgang, sowie das Mondtal bei Sonnenuntergang, zu betrachten.

Die dreitaegige Jeeptour durch das bolivianische Hochplateau begann schliesslich – mit Warten. Wegen Schnee war der Grenzuebergang zeitweise gesperrt. Das gab uns die Gelegenheit, das Paar, das den Jeep mit uns geteilt hat, Amie und David aus London, naeher kennen zu lernen.

Den ersten und zweiten Tag kann man sehr leicht in einem Wort zusammenfassen: Sandsturm! Aufgrund des unmaessig starken Windes (bei einem anderen Jeep wurde die Heckscheibe eingedrueckt), mussten wir unsere Route aendern und sassen somit die meiste Zeit im Jeep, und nicht an den farbigen Lagunen.Das war kein Spass.  Naja, wenn’s nichts zu sehen gibt, schwaetzt man halt, wenn man schwaetzt, lernt man sich kennen, wenn man sich kennen lernt, macht’s wieder Spass. So haben wir diese Tage schwaetzend und spielend trotzdem in guter Laune erlebt.

Der dritte und letzte Tag der Tour birgt das eigentliche Highlight: die Fahrt auf der Salzkruste, die denn See bedeckt. Gesehen haben wir an diesem Tag einen der speziellsten und wundervollsten Orte, die wir auf unserer Reise besucht haben. Vom Sonnenaufgang, ueber die Insel mitten im Salzsee bis hin zu den bizarren Riesenkakteen war dieser Tag einfach nur beeindruckend.

Geendet hat die Jeeptour in Uyuni, das vor allem einen Friedhof von Dampfloks zu bieten hat. Diesen unwirtlichen Ort haben wir nach einer Nacht dann auch moeglichst schnell verlassen, um Potosi kennen zu lernen. Begleitet wurden wir dabei von Amie und David, sowie Chris, einem Amerikaner, den wir schon vorher in Chile und Argentinien getroffen hatten.

Bolivien zu bereisen ist ziemlich anders als die Laender, in denen wir bisher waren. Fuer die ca. 200 km von Uyuni nach Potosi haben wir sechs Stunden gebraucht, die Strasse ist der Muelleimer, und ein Drei-Gaenge-Menue kostet ca. einen Euro.

Hier in Potosi, auf 4000 Metern, kaempft jeder mit der Hoehe. So ist jeder Treppengang eine Herausforderung, und jeder Einkaufsbummel fuehrt zu Kurzatmigkeit. Trotzdem geniessen wir die Zeit sehr, nicht nur weil sie heilsam fuers Budget ist. Die Bolivianer sind ein lustiges und freundliches Volk, das konnten wir vor allem bei einem Stadion- und Kinobesuch erleben.

Heute abend geht’s ueber Nacht an die bolivianisch-argentinische Grenze nach Villazon. Dort wollen wir, nach dem Champions-League-Finale, weiter in Richtung Foz de Iguacu. Da wir noch ein paar Tage uebrig haben bis zu unserem Flug nach Kapstadt, haben wir uns entschieden, im Anschluss an die Wasserfaelle und vor Buenos Aires, noch einen Kurztrip nach Uruguai einzulegen.

A propos Kapstadt: die WM rueckt naeher. Ueberall wird ueber die Favoriten diskutiert, die gefaelschten Trikots haengen aus, und wir koennen’s kaum erwarten, unsere Eintrittskarten aus dem Automat zu lassen.

Und hier ein paar Bilder: