Uruguay

2010 Juni 12
by Dietmar Hahn

Von Bergen haben wir nichts gesehen, Montevideo ist aber trotzdem toll, unter anderem, weil’s so flach ist. Da bietet sich eine Stadterkundung mit dem Fahrrad geradezu an. Zwar ist Jule nur knapp dem Unfalltod entkommen, aber das ist ja allemal besser als gar nicht.

Der Himmel war blau, die Strassen bunt, der Tango froehlich. Nach all dem hoffen wir nun, dass Uruguay weiterkommt…

2010 Juni 9
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by Dietmar Hahn

Iguazu hat einen Haufen zu bieten: vor allem haufenweise Wasser, aber auch einen Haufen Grenzuebergaenge. Und jede Menge Voegel. Und so sah`s aus:

Ein bisschen oder mehr Wehmut hat uns ueberkommen, als wir ein letztes Mal fuer unbestimmte Zeit aus Brasilien ausgereist sind. Trotz all der Laender, Menschen, Abenteuer, die wir im Anschluss gesehen und erlebt haben, hat Brasilien es Dide erneut, und Jule zum ersten Mal, angetan.

Angekommen zum Zweiten

2010 Juni 9
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by Dietmar Hahn

Puh, es faellt einigermassen schwer, Ordnung in die Erinnerung zu bringen. Zuviel. Vielleicht ist das das richtige Stichwort. Ach ja, genau. Wir hatten zuviel. Zuviele Eindruecke, zuviel von Mehrbettzimmern, und zuviel Bus. Ploetzlich war es da, das Zuviel.

Zuviel Bus heisst konkret drei Naechte am Stueck, von Potosi bis Iguazu. Diese Odysee haben wir auf uns genommen, weil wir nicht mehr zuviele Stops einlegen wollten auf dem Weg nach Buenos Aires, ihr versteht schon, wegen der zuvielen Eindruecke.

Drei Wochen Buenos Aires am Stueck waren uns zuviel. Darum haben wir die Stadt am 29. Mai fuers Erste nur als Transitstation genutzt. Mit dem Bus dort angekommen, haben wir sofort eine Faehre nach Colonia del Sacramento in Uruguay gebucht.

In Colonia hat es geregnet – zuviel, um allzuviel zu unternehmen. So haben wir viel Zeit darauf verwendet, online eine Unterkunft in Buenos Aires zu finden. Ein Apartment sollte es sein, einigermassen zentral, zuviel kosten sollte es allerdings auch nicht.

Weitere drei Naechte haben wir in Montevideo verbracht. Schon als wir hier Ende Maerz eine Zwischenlandung auf dem Weg nach Chile gemacht haben, haben wir das Gefuehl gehabt, dass diese Stadt einen Besuch wert waere. Zurecht!

Seit dem 4. Juni hat nun das Zuviel keine Chance mehr. Da sind wir in unserem Apartment in Buenos Aires angekommen, und geniessen Eindruecke in ueberschaubaren Dosen, ein Zweibettzimmer und die U-Bahn.

Mehr Infos zu unseren letzten Reisezielen geben wir euch in separaten Berichten. Alles in einen Artikel zu packen waere, naja, zuviel.

Puenktlich zur WM in den Kinos…

2010 Juni 7
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by Dietmar Hahn

…die ultimative Anleitung fuer gemeinsames Gaensehautfeeling:

Zu nichts mehr zu gebrauchen

2010 Mai 30
by Dietmar Hahn

Verschleisserscheinungen lassen sich nicht leugnen: der erste Verlust, den wir erlitten haben, war Dides Schal. Keine Ahnung, wo.

Ein T-Shirt von Dide hat das Meer verschluckt: nachdem ers zum Auswaschen vor sich ins Wasser geschmissen hatte, kam eine Welle. Danach hats niemand mehr gesehen.

Jules Brillenetui war zu verschmerzen.

Mehr weh getan hat die Kreditkarte, die Dide nach dem Geldabheben im Automat hat stecken lassen. Wir haben sie zwar kurz danach wiederbekommen, ein ehrlicher Finder hatte sie abgegeben. Da war die Karte allerdings schon gesperrt.

Jule ist gut im Hosenverlieren: die Erste muesste in Brasilien eine neue Besitzerin gefunden haben, die Zweite haengt wohl immer noch zum Trocknen in Puerto Iguazu. Koennte allerdings auch eine Masche von ihr sein, um ab und zu einen Lustkauf zu taetigen…

Am meisten regen wir uns aber ueber eine Sache auf, die noch da ist: uns ist die Kamera runtergefallen, seitdem laesst sich das Teleobjektiv nicht mehr arretieren. Man kann es also nur noch benutzen, wenn man die Objektivhaltehand auf ganz bestimmte Art und Weise verkruemmt.

Zudem ist seit dem Fall der Knopf zur Bildbetrachtung hinueber. Wir fuehlen uns also jetzt analog im Digitalzeitalter.

Aus der Rubrik: Gebraucht…

2010 Mai 28
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by Dietmar Hahn

…mehr Uniformen fuer die argentinischen Truppen!

Ein Jammer, selbst zum Bicentenario hats fuer die Kleinsten nicht zur Einheitskleidung gereicht. Und der Hund steht auch stramm in zivil…

Leben ist Silber, Sterben auch

2010 Mai 21
by Dietmar Hahn

Eher zufaellig sind wir vor ein paar Tagen in Potosi, Bolivien eingetroffen. Wuerden wir ca. 500 Jahre frueher leben, haette diese Stadt drei Superlative zu bieten: sie waere mit 4000 m ueber NN die hoechste, mit ca. 160000 Einwohnern die bevoelkerungsreichste, und dank des Cerro Rico und seinem schier unerschoepflichen Silbervorkommen, auch die reichste Stadt der Welt. Geblieben ist heute nur das erste Superlativ.

Wuerden wir 500 Jahre frueher leben, wuerde Dide allerdings auch seit ca. 15 Jahren in einer der 500 Minen in diesem Berg arbeiten, und haette nur noch  ungefaehr ebenso lange zu leben.

Diese Stadt hat zwei Hauptattraktionen: das “Casa da Moneda”, ein Museum, das den Werdegang dieser Gelddruckerei beschreibt, und die Minen des Silberbergs. In diese Minen, die auch heute noch der Hauptarbeitgeber Potosi’s sind, werden Exkursionen angeboten. Jule hat sich von vornherein geweigert, mitzugehen, also ist Dide alleine gegangen.

Wir koennten nun an dieser Stelle Bilder zeigen, auf denen Dide einen Haufen Dynamit mit brennender Lunte in der Hand haelt, oder wie er mit einem Tuch vor dem Mund durch einen der engen Schaechte kriecht. Aber in dem Bewusstsein, dass im selben Moment ca. 12000 Arbeiter, darunter 600 bis 800 Kinder ab 10 Jahren, unter unmenschlichen Bedingungen schuften, wuerde sich das ziemlich ungut anfuehlen. Daher empfehlen wir lieber einen Dokumentarfilm ueber die Minen von Potosi: The Devil’s Miner Der Film ist im Moment auf dem Weg nach Esslingen, ihr seid herzlich eingeladen, ihn dort zu holen und anzuschauen.

Aber Vorsicht, danach macht es keinen Spass mehr, seinen Tee mit einem Silberloeffel um zu ruehren…

Von Wuestenwind und Salzseen

2010 Mai 21
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by Dietmar Hahn

San Pedro hat einige Sehenswuerdigkeiten zu bieten, vor allem aber ist der Ort das Sprungbrett auf den groessten aller Salzseen der Erde: Salar de Uyuni. Als Sprungbrett haben wir den Ort dann auch benutzt, es uns allerdings nicht nehmen lassen, vorher noch Geysire bei Sonnenaufgang, sowie das Mondtal bei Sonnenuntergang, zu betrachten.

Die dreitaegige Jeeptour durch das bolivianische Hochplateau begann schliesslich – mit Warten. Wegen Schnee war der Grenzuebergang zeitweise gesperrt. Das gab uns die Gelegenheit, das Paar, das den Jeep mit uns geteilt hat, Amie und David aus London, naeher kennen zu lernen.

Den ersten und zweiten Tag kann man sehr leicht in einem Wort zusammenfassen: Sandsturm! Aufgrund des unmaessig starken Windes (bei einem anderen Jeep wurde die Heckscheibe eingedrueckt), mussten wir unsere Route aendern und sassen somit die meiste Zeit im Jeep, und nicht an den farbigen Lagunen.Das war kein Spass.  Naja, wenn’s nichts zu sehen gibt, schwaetzt man halt, wenn man schwaetzt, lernt man sich kennen, wenn man sich kennen lernt, macht’s wieder Spass. So haben wir diese Tage schwaetzend und spielend trotzdem in guter Laune erlebt.

Der dritte und letzte Tag der Tour birgt das eigentliche Highlight: die Fahrt auf der Salzkruste, die denn See bedeckt. Gesehen haben wir an diesem Tag einen der speziellsten und wundervollsten Orte, die wir auf unserer Reise besucht haben. Vom Sonnenaufgang, ueber die Insel mitten im Salzsee bis hin zu den bizarren Riesenkakteen war dieser Tag einfach nur beeindruckend.

Geendet hat die Jeeptour in Uyuni, das vor allem einen Friedhof von Dampfloks zu bieten hat. Diesen unwirtlichen Ort haben wir nach einer Nacht dann auch moeglichst schnell verlassen, um Potosi kennen zu lernen. Begleitet wurden wir dabei von Amie und David, sowie Chris, einem Amerikaner, den wir schon vorher in Chile und Argentinien getroffen hatten.

Bolivien zu bereisen ist ziemlich anders als die Laender, in denen wir bisher waren. Fuer die ca. 200 km von Uyuni nach Potosi haben wir sechs Stunden gebraucht, die Strasse ist der Muelleimer, und ein Drei-Gaenge-Menue kostet ca. einen Euro.

Hier in Potosi, auf 4000 Metern, kaempft jeder mit der Hoehe. So ist jeder Treppengang eine Herausforderung, und jeder Einkaufsbummel fuehrt zu Kurzatmigkeit. Trotzdem geniessen wir die Zeit sehr, nicht nur weil sie heilsam fuers Budget ist. Die Bolivianer sind ein lustiges und freundliches Volk, das konnten wir vor allem bei einem Stadion- und Kinobesuch erleben.

Heute abend geht’s ueber Nacht an die bolivianisch-argentinische Grenze nach Villazon. Dort wollen wir, nach dem Champions-League-Finale, weiter in Richtung Foz de Iguacu. Da wir noch ein paar Tage uebrig haben bis zu unserem Flug nach Kapstadt, haben wir uns entschieden, im Anschluss an die Wasserfaelle und vor Buenos Aires, noch einen Kurztrip nach Uruguai einzulegen.

A propos Kapstadt: die WM rueckt naeher. Ueberall wird ueber die Favoriten diskutiert, die gefaelschten Trikots haengen aus, und wir koennen’s kaum erwarten, unsere Eintrittskarten aus dem Automat zu lassen.

Und hier ein paar Bilder:

Chile zum Zweiten

2010 Mai 10
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by Dietmar Hahn

Nachdem unser erster Eindruck von Chile vor einem Monat aufgrund der Brasilien-Nachwehen nicht der beste war, wollten wir dieses Land nochmals bereisen, um es etwas objektiver zu betrachten. Wir haben uns also entschieden, von Mendoza die Anden zu ueberqueren und nach Valparaiso zu fahren, um westlich der Anden bis Bolivien zu reisen – und lernen dieses Land, auch unabhaengig von der spektakulaeren Natur, immer mehr zu schaetzen.

Valparaiso ist bunt: Graffiti, Meer, Container, Aufzuege, Hundescheisse, Pablo Neruda…

Nun sind wir seit ein paar Tagen in La Serena. Wie in Mendoza sind auch hier die Anbaubedingungen fuer Trauben hervorragend, lediglich das Endprodukt faellt anders aus. Mit ca. 30 % mehr Alkohol als Wein wird hier ein Likoer hergestellt, der meistens zu Chiles Nationalgetraenk, dem Pisco Sour, verarbeitet wird. Nach der heutigen Probe koennen wir sagen, dass er auch nur in dieser Form geniessbar ist, pur ist er eine Ueberwindung.

Eine weitere Attraktion der Region ist der klare Himmel. “Wir Chilenen haben kein Geld, aber den Himmel. Die Europaer haben das Geld, aber nicht den Himmel.”, so unser Guide. Aufgrund dieser Konstellation stehen hier die groessten und teuersten Teleskope der Welt, finanziert – von euch. Das momentan Groesste, VLT (steht fuer Very Large Telescope – kein Witz!!), hat eine Billion Euro gekostet, und Deutschland ist dabei. In ein paar Jahren kommt dann EELT (European Extremely Large Telescope – wieder kein Witz!!), ebenfalls von Deutschland mitfinanziert, fuer schlappe 1,5 Billionen. Um euch ein Bild zu machen, ob das ein lohnenswertes Steuerprojekt ist, koennt ihr eventuell einen Blick auf www.stellarium.org werfen.

Wie dem auch sei, uns hat der Abend begeistert und zum Nachdenken gebracht. Begeistert, weil wir ne Menge Sternschnuppen, viele Sternbilder, einfach einen unbeschreiblichen Sternenhimmel, gesehen haben. Wenn man jedoch die unendlichen Ausmasse des Universums und die Vielzahl von Galaxien und Sonnensystemen vor Augen gefuehrt bekommt, fragt man sich, ob sich da draussen nicht vielleicht doch irgendwo irgendwas regt…

Aus diesen astronomischen Hoehen hat uns die harte Reiserealitaet wieder auf die Erde geholt: der fuer morgen geplante Ausflug auf eine Pinguininsel faellt ins Wasser, weil es regnet. So werden wir uns morgen den Themen Bewerbung und Tagebuch widmen, bevor uns eine 20-stuendige Busfahrt nach San Pedro de Atacama bringen soll, unserer letzten Station in Chile.

Die Wueste ruft!

JuDi

Skurrilitaeten in Mendoza

2010 Mai 10
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by Dietmar Hahn

In Mendoza haben wir uns absolut “on the beaten track” bewegt, im Fachjargon von lonely planet gesprochen. Darum machen wir es uns mal leicht und lassen diesen allgegenwaertigen Reisefuehrer einen unserer Tage dort beschreiben. Zitat:

“Acuario Municipal Mendoza

Seit der Einweihung 1945 hat sich an der kleinen Unterwasser-Freakshow offensichtlich nichts geaendert (ausser dem Algenpegel auf dem Glas). Stars- und an Haesslichkeit kaum zu ueberbieten – sind die ungeweglichen, zungenlosen Albinofroesche und das “Panzerschwein”, ein widerwaertiger Fisch aus dem Rio Paraná.

Im Centro Anaconda Serpentario hausen rund 50 Schlagen (in winzigen Kaefigen), darunter eine riesige gelbe burmesische Python.

In dieser Kombination sicher ein grossartiger Tag fuer Kinder (oder ein etwas abgedrehter mit Freunden).”

Thomas ist wohl der einzige, der beim Anblick dieser Kreaturen vor Freude jauchzt…

Ansonsten haben wir Mendoza als lebendige, entspannte und sehr sonnige Stadt erlebt. Bekannt ist die Region fuer ihren hervorragenden Wein, gelobt wird insbesondere der Rote Malbec. Wir haben’s auf einer Tandem-Wein-Tour versucht, konnten dieses Lob aber auch nach einigem Versuchen nicht nachvollziehen.